| JULI 2002 |
Aus der Lesung des Morgengottesdienstes am 22. Juli: Mehr als ein Läufer eilen meine Tage; sie schwinden hin ... Sie gleiten schnell wie Binsennachen hin; gleichwie der Adler, der auf Beute stößt. Ijob 9, 25-26
Das verlegte Fest St. Petrus und St. Paulus begann ruhig und still. Hummeln brummten in den Mohnblüten und kleine Vögel schaukelten auf dünnen Ästen. Der Garten ist voll von schwerem Duft: Geißblatt, Rosen, weiße Nelken und Lilien, und von dem milderen Parfüm nicht so augenfälliger Blumen. Aber ein zerbrochenes Schneckengehäuse erzählt von der verborgenen Anwesenheit der Drosseln, und ein Knäuel aus einer weichen Daunenfeder und herunter gefallenen Blättern zeigt an, dass ein Raubtier hier war. Bruno bewegt sich langsam, prüft vorsichtig Gerüche und fügt plötzlich seinen eigenen einigen niedrigen Büschen bei. Dann rollt er sich auf dem Boden und öffnet sein Maul zu einem sanften Miau. Es ist die Zeit der kleinen, grünen Äpfel, der unreifen Kastanien und des tiefblauen Rittersporns. Die Lindenbäume stehen nun in Blüte und sicherlich werden auch Bienen in die Blüten hinein purzeln, wenn die Sonne scheint. Es ist auch die Zeit der geflügelten Ameisen, dieser fleißigen Insekten, die sich ihren Weg durch Holz hindurch fressen können, und feine Häufchen Holzstaub zurücklassen zum Beweis ihrer Anwesenheit. Das Wasser in den Teichen ist nun so klar, dass wir auf den Grund sehen können. Ein starker Wasserstrahl von einer der Pumpen hat den Schlamm beseitigt und ein schmales Band von goldenem Kies und Sand zurückgelassen. Die Fische jubeln über diesen Strom und scheinen in ihm zu spielen. Vielleicht ist es eine Art, Wasserschlitten zu fahren? Der Wasserstrahl hilft, ihre Kiemen zu reinigen.
Mitte Juli So wie unseren französischen Benediktinermönch, der ein ruhiges und frommes Auftreten unter uns hat, gibt es auch eine anglikanische Krankenschwester, die bei uns lebt. Gillian wird noch in diesem Monat in der Kathedrale zu Chester geweiht werden. Der sich im Ruhestand befindende Dekan der Kathedrale zu Chester, Stephen Smalley, kam am 12. Juli für eine Stunde zu uns. Es war eine Freude, ihn wieder zu sehen.
Die Tage sind inhaltlich so verschieden, mit zeitweisem heiterem Sonnenschein, dann mit plötzlichen Schauern, und dann erscheint wieder ein finsterer Himmel, bevor die Sonne erneut durchkommt. An manchen Morgen riecht es wie im Herbst. Ist der Sommer aus und vorbei? Wenige von uns haben seine Ankunft bemerkt. Die Spaziergänge in unserem herrlichen Garten nehmen einen anderen Charakter an, wenn man neben einer Katze her geht. Die Kunst, der Leitung eines anderen zu folgen, kann Erziehung und Abenteuer sein. Früh am Morgen beschließt Bruno, welche Gartengebiete er erkunden will, vorsichtig an Blättern und Zweigen schnuppernd, reibt er seinen Kopf gegen einige, immer auf der Hut in einer Welt der Instinkte, die uns zum größten Teil unbekannt ist. Heute zeigte er mir einen geheimen Pfad und einen Ruheplatz, zwischen dem Blumenbeet nahe dem großen Kreuz durch die Hecke und in den Nachbarsgarten. Zuvor mussten wir vorsichtig über Nüsse wandern, die über den Weg gestreut waren, Miniatur-Eier, dazu bestimmt, an d e n Vogel oder d a s Tier verfüttert zu werden, das zuerst danach verlangt. Zur selben Zeit dachte ich über eine Frage nach, die mir ein Mitglied der örtlichen Gebetsgruppe gestellt hatte, der nicht weiterkam. Ich fragte mich, ob sie einmal kommen sollten, um dem Wort Gottes (lectio divina) durch die Schrifttexte bei einer Sonntagsmesse zu begegnen, und vom Hl. Geist geführt zu werden, um herauszufinden, was Gott ihnen sagte. Im Wesentlichen ist es das Gleiche, wie mit Bruno spazieren zu gehen: Entweder führt er oder ich. Und wenn er führt, muss ich langsam und rücksichtsvoll gehen, anhalten und schauen, warten und neue Dinge auf einer tieferen Ebene sehen. Wenn ich führe, bekommt er mehr Bewegung, aber weniger Zeit, seine Erlebnisse zu untersuchen und zueinander in Beziehung zu setzen!
Unsere monatliche Liste der gewünschten Gebetsanliegen bittet jeden Tag still um Aufmerksamkeit. Dennoch finden so viele flüchtige Wünsche nie eine Stimme, und werden nur im fühlenden Herzen ausgedrückt. Die Psalme, die wir tagtäglich mit aufmerksamem Herzen und wachem Geist im Kloster beten, sind die Bitten der Menschheit, wie sie durch die Jahrhunderte hin vor Gott gebracht wurden. Sie setzen sich in die Vergangenheit fort, in die Gegenwart und in die Zukunft. Jede Not findet in ihnen eine Stimme und keiner ist jemals vergessen.
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