Januar 2001

Lange bevor das Christentum zur westlichen Religion wurde, hatten die alten Römer

die Monatsnamen des Jahres nach Göttern bezeichnet, die sie verehrten. Januar war

der Monat des Janus, einem Gott mit zwei Gesichtern: eines schaute nach vorne, das

andere nach hinten. Er hielt einen Schlüssel in seiner linken Hand und er war der

Türwächter des Himmels und der Schützer von Toren und Eingängen. Sein Tempel

hatte zwölf Tore, die während des Krieges offen, in Friedenszeit aber geschlossen

waren.

Wenn wir zurück schauen zum Dezemberende, sehen wir die Gabe des Schnees, der

Chester drei Tage lang in Weiß hüllte. Die Sonne schien heiter an diesen Tagen und

in der Nacht leuchtete der Boden. Es schien ein viel versprechender Anfang zu sein.

Wenn wir weiter schauen zur Mitte und zum Ende des Monats, sehen wir Staub und

Schlamm und Unglück, als Erdbeben El Salvador und dann Gujarat in Nordindien

erschütterten. Der Heldenmut und die Qual, die Momente der Erleichterung und die

Zeiten nackten Schmerzes erschienen auf unseren Fernsehschirmen, und wir waren

entsetzt und schlossen uns den Gebeten der Welt an.

Dazwischen geht das klösterliche Leben weiter mit seinem täglichen Gleichgewicht

von Gebet, spiritueller Lesung und Arbeit. Gewöhnlich nehmen wir die kleinen

Dinge wahr, wie den Eismantel auf einem Gittertor, der sich einen Augenblick lang

anfühlt wie Fell. Am frühen Morgen sind die Vögel still und nur ihre Alarmrufe

deuten auf ihre wachsame Gegenwart im stillen Baum hin.

Unsere jährlichen Exerzitien überbrücken die Spanne zwischen der Weihnachtszeit

und dem, was als „die gewöhnlichen Wochen des Jahres“ bezeichnet wird. Vielleicht

erinnerten sich einige von uns während der Exerzitien an die geduldige Arbeit der

Spinnen und in unseren Gebeten taten wir etwas Ähnliches wie der Dichter Walt

Whitman:

Eine lautlose, geduldige Spinne, ich habe gekennzeichnet, wo, auf einem kleinen

Vorgebirge, das abgelegen lag, gekennzeichnet wie, das offene, weite Gelände zu

erforschen, sie spinnt Faden um Faden, Faden um Faden, aus sich selbst heraus;

immer abwickelnd - immer unermüdlich beschleunigend.

Und du, o meine Seele, wo du stehst, umgeben, umgeben, in unermesslichen Meeren

von Raum, unaufhörlich nachsinnend, sich vorwärts wagend, schleudernd, - die

Punkte zu verbinden; bis zu der Brücke, die du brauchen wirst, die gebildet sein muss,

bis der dehnbare Anker hält; bis du die Spinnfäden wirfst, halte dich irgendwo fest, o

meine Seele.

Während der Woche des Gebetes für die Einheit der Christen haben wir all unsere

Verwandten, Freunde und Wohltäter in intensiverer Art und Weise mit einbezogen,

als sie sowieso immer durch das Gebet mit uns in Verbindung stehen.

Dies ist die Jahreszeit, um Bäume zurechtzustutzen und die Abendluft duftet nach

Holzrauch. Mögen sich unser Kummer und unsere Hoffnungen mit der Asche der

Wiedergeburt vermischen. Und möge die Gottesmutter, Janua caeli, in diesem neuen

Jahr uns nahe sein mit ihrer Gnade.

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